Was haben Dickhäuter mit uns Menschen zu tun? Sprenge deine Ketten und werde wild wie ein Elefantenkind.

Und: „Same procedure as every year, James“ – wir lieben Veränderungen überhaupt nicht! Hängst du lieber an einer Seilschaft mit dir Bekannten oder lieber mit Fremden am Seil?  

Wenn du erkennst, was du denkst, dann findest du auch deine Blockaden. Systemische Unternehmensentwicklung hilft dir, deine Begrenzungen in deinen Entscheidungen aufzudecken. 

  1. Teil: Persönlichkeitsentwicklung: Gesprengte Ketten
  2. Teil: Führungskultur: «Same procedure as every year, James»
  3. Teil: Systemische UnternehMENSCHentwicklung: Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken
  4. Teil: Zeit zum Danke sagen: An die Unternehmer, die etwas verändern
  5. Teil: Zum Schluss: «Urvertrauen»

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Persönlichkeitsentwicklung

Gesprengte Ketten

Ich war kürzlich in Sri Lanka. Sri Lanka hat eine grosse Population an asiatischen Elefanten. Die Tiere sind so faszinierend und scheinen so weise. Nun, wir wissen (oder haben es schon einmal gehört), der Elefant vergisst nie!

Nein, wir Menschen sind nicht so, wir vergessen. Oder… ist es vielmehr ein Verdrängen? Auch wir Menschen lassen unsere Erfahrungen in unser Unterbewusstsein einsinken. Und dort bleibt es dann und modert vor sich her. Auch wir vergessen nicht. Wie die Elefanten. Und es wirkt weiter, im Un-Bewusstsein. Eine Geschichte dazu. Sie ist leider wahr.

Elefant in Ketten

Es war einmal…

Es war einmal ein kleines Elefantenkind, das vor wenigen Tagen auf die Welt gekommen ist. Seine Mama ist richtig stolz auf ihn. Sie musste lange warten, fast 22 Monate trug sie den Kleinen in ihrem Bauch umher. Der Kleine erfreute sich seines jungen Lebens und spielte mit seinen Freunden und lernte von den Grossen. Aber der kleine Elefant fragte sich, warum seine Mama und ihre Schwestern nie mit ihm spielen wollten und sie sich nicht weiter als zwei Meter von ihrem Standort weg bewegten. Dabei war es doch so schön, herumzutollen und sich zu bewegen.

Ein paar Monate später, der kleine Elefant genoss sein Erdendasein als Kind, seine Unbeschwertheit und er träumte von der grossen weiten Welt. Da kam eines Tages ein Mensch, der ihm so etwas Komisches um den linken Vorderfuss anmachte. Das störte ihn so sehr, er konnte ja gar nicht mehr wegrennen. «Autsch!!! Das tut weh! Da hat es ja Stacheln dran! Mama!!!»

Seine Mama sagte mit leiser Stimme zum kleinen Elefanten: «Mein Junge, wenn du anständig bist und nicht mehr herumspringst, wenn du machst, was die Menschen von dir wollen, dann wirst du keine Schmerzen mehr haben. Sieh, du bist nun angekettet, damit du nicht mehr davon läufst. Es ist gar nicht so schlimm, du gewöhnst dich daran».

Der kleine Elefant zog und zerrte an seiner Kette. Aber jedes Mal, wenn er sich zu weit von seinem Pflock und der vorgegebenen Kettenlänge wegbewegte, schnitten die Stacheln in sein Fleisch. Bald lernte der kleine Elefant, dass wenn er sich bis auf 1 cm seiner Grenze näherte, in dieser Distanz nichts schmerzte. So gewöhnte sich der kleine Elefant an seinen begrenzten Auslauf und mit den Jahren nahm er seine Begrenzung gar nicht mehr wahr.

Er hatte nicht einmal bemerkt, dass der Pflock nicht mehr an der Kette war und die Stacheln waren ebenfalls schon lange nicht mehr an seinem Fuss. Es reichte seinem Elefantenhirn bereits, auch wenn es nun ein samtweiches, wunderschönes Stoffband war, dass er nie mehr weg lief und herum tollte wie in seinen wilden Kinderjahren. Und so wurde er älter und älter, bis er nicht mehr konnte. Er legte sich hin für seinen letzten Schlaf. Er blickte zurück auf sein langes Leben und war eigentlich zufrieden. Die Menschen haben für ihn gesorgt und er durfte arbeiten. Ja, manchmal bekam er Schläge, nur wenige. Aber er bekam immer zu fressen. Eigentlich war es ein schönes Leben. Doch irgendetwas in seinem Hinterkopf, irgendetwas wollte zu ihm durchdringen. Bei seinem letzten Seufzer konnte er den Gedanken fassen und wusste wieder, was er für ein freies Leben hätte haben können. Die letzten Bilder, die er wahrnahm, waren sein wilden, freien jungen Jahre als Elefantenkind.

Aus den Themen meiner Kundinnen und Kunden kommen genau diese Begrenzungen immer wieder zum Vorschein. Menschen, die «eigentlich» glücklich sind und doch spüren, dass noch mehr in ihrem Leben möglich sein könnte. Tief in ihrem Herzen oder in ihrer Seele, spüren sie die Sehnsucht nach dem unschuldigen, freien Kind, das spielen durfte, ohne Einschränkung. Doch schlummern im Unterbewusstsein die Ketten und Begrenzungen, die uns in Kindsjahren angelegt und anerzogen wurden und sie steuern aus dem Unterbewusstsein unser Leben. So viel liegt verborgen unter der Wasseroberfläche, wie beim Eisberg, wo man nur die Spitze sieht.

Du fühlst dich hier gerade nicht angesprochen? Weil du möglicherweise an deiner unsichtbaren Kette bist und gar nicht merkst, dass du angekettet bist? Du kannst folgenden, ehrlichen Check machen:

Fühlst du dich in allen Lebensbereichen, im Beruf, in der Partnerschaft, als Elternteil, in deiner Herkunftsfamilie, mit deinen Freunden und vor allem mit dir selbst, zu 100 Prozent im Reinen und schöpfst dein volles Potenzial und deine Fähigkeiten aus?

Bist du so erfolgreich und erfüllt in dem was du tust, so wie du dir das schon immer gewünscht hast? Liebst du dich, ohne Wenn und Aber, vollkommen und ständig?

Wenn du einen Teil mit NEIN beantworten musst, dann gebe ich dir hier einen Tipp, wie du deinen Ketten auf die Spur kommen und sie sprengen kannst. Hör dir einmal ganz genau zu. Wo in deiner Sprache, in deinen alltäglichen Aussprüchen, findest du eine Begrenzung? Wörter wie «eigentlich» oder «es wäre schön» oder auch «nein, das ist nicht möglich», «das kann ich nicht», vielleicht sagst du auch «das haben wir immer so gemacht» oder «ich brauch nicht mehr», «mir geht es ja gut» oder mein Lieblingssatz: «Wenn ich dann pensioniert bin, dann…». «Das geht nicht, weil…». Tja. Und die Frage bleibt: «Und was, wenn doch?»

Viel Spass beim Ketten sprengen. WERDE WIEDER WILD, WIE DAS ELEFANTENKIND 😊

Führungskultur

Führung mit Menschlichkeit

«Same procedure as every year, James!» Diesen Satz kennt wohl jeder. Jedes Jahr zu Silvester kommt «Dinner for one» wieder aufs Tablett. Ein köstlicher Film. Im Grunde zeigt es uns das Leben, wie es leibt und lebt. Nur bitte keine Veränderungen, ich möchte, dass es immer so bleibt wie es einmal war. So erstelle ich mir lieber eine Traumwelt, als den Tatsachen ins Auge zu schauen: Die Zeiten mit Mr. Winterbottom, Sir Toby oder Admiral von Schneider sind schon lange vorbei.

Hier geht’s zum Video (anstatt erst an Silvester)

 

 

Und was hat das nun mit einer Führung mit Menschlichkeit zu tun?

Ich stelle leider immer wieder fest: Wir alle lieben Veränderungen überhaupt nicht. Es ist unbequem. Wir wissen nicht, ob die Veränderung so positiv herauskommt, wie wir es uns wünschen. Aber was wir wissen, ist, was wir haben. Es ist zwar häufig keine besonders attraktive Welt, aber immerhin eine, die wir kennen. Und dann bitte, hätten wir gerne Vorlaufzeit für Veränderung. Und wenn schon Veränderung, dann bitte dann, wenn wir es möchten und nicht, wenn andere es sagen. Deshalb haben wir auch Führungspositionen übernommen. Damit wir steuern können, etwas bewegen, vor-gehen können.

Aber von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwarten wir genau dies dauernd. Veränderung ohne Vorwarnung, ohne Warm-up, sondern meist eher mit einem Sprung ins kalte Wasser – oder wenn dir das Bild lieber ist, den Sprung über die Klippen, ohne zu sehen, ob ein Sicherheitsnetz darunter hängt. Und wir erwarten, dass sie uns folgen, wie die Lämmer. Aber es geht hier nicht um Herdentiere – es geht um Menschen, um Individuen auf der Reise ihres Leben. Und jeder hat seinen eigenen Rucksack dabei, der sehr unterschiedlich gepackt ist.

Nun, die letzten Wochen haben immer wieder gezeigt, dass Menschen viele Ängste haben, die sie bewusst oder unbewusst mit sich herumschleppen. Ein Sprichwort sagt: «Eine gute Krise soll nicht verschwendet werden.» Das gilt auch für diese Krise. Im Moment sind du und deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sensibilisiert darauf, was jedem von euch wichtig ist im Leben. Warum nicht gerade jetzt, in der Phase der Lockerung, die Zeit nutzen, um gemeinsam die Ängste und Sorgen, die Bedenken und Befürchtungen anzusprechen und Lösungen zu finden, die dem Gemeinwohl des Teams, der GEMEINSCHAFT dienen? Denn damit bist du bereit dazu, als Leader der neuen Zeit, die Wanderkarte auf den Besprechungstisch zu legen und die Zukunftsreise gemeinsam mit deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu gestalten, die besten Wanderrouten zu finden und mit einer bekannten Seilschaft die Reise in die Zukunft anzutreten. Und zu wissen, wen du wirklich dabei hast. Was dieser Mensch für Fähigkeiten und Potentiale, aber auch Ängste hat auf dieser Reise.

Und auch die anderen Mitglieder der Seilschaft wissen von dir, wo deine Stärken und Leader Qualitäten, aber auch deine Befürchtungen oder Sorgen dabei sind. Denn mit der Leadership der neuen Zeit wissen ALLE in der Seilschaft, wohin, warum und mit wem sie diese Reise machen und auch gehen wollen.

Oder möchtest du, als Führer einer Seilschaft, dir unbekannte Menschen mit möglicherweise unzureichender Ausrüstung oder einem ungenügenden Engagement für die Gruppe, in deiner Seilschaft haben? Wie gut kennst du deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirklich?

Kümmere dich um deine und die Entwicklung deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, solange es euch gut geht. Und nicht erst dann, wenn ihr Probleme habt.

Systemische UnternehMENSCHentwicklung

"Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken." Samuel Johnson

Begrenzungen finden und Auflösen ist eine der beeindruckendsten Ergebnisse in der Systemischen Unternehmensentwicklung mittels Aufstellungsarbeit. Kürzlich durfte ich eine Unternehmerin begleiten in ihrer Fragestellung, wie sie sich im Markt besser positionieren könnte. Wir klärten die Produktelinien (welche sollte sie weiter ausbauen, von welchen darf sie sich verabschieden, welche Angebote neu aufbauen etc.)

Im Laufe des Prozesses zeigten sich, energetisch auf dem Spielbrett, aber auch in der Wortwahl der Kundin, ihre Begrenzungen zum Thema «Verdienen». Wenn einmal deutlich gemacht, können diese Begrenzungen benannt und positiv verarbeitet werden. Das Unternehmen kann Fahrt aufnehmen. Einerseits durch Modifizierung der Produkte und durch Auflösung von unbewussten Stolpersteinen.

Aufstellungsarbeit in der Unternehmensentwicklung ist ein wirksames Werkzeug, um schnell Klarheit über Entwicklungen und möglichen Hindernisse zu erhalten. Oder Fragestellung zu unbewussten Begrenzungen, warum etwas immer wieder scheitert. Oder es stellen sich Entscheidungsfragen wie: A, B oder C. Oder es geht um Einstellungsentscheide auf wichtigen Schlüsselpositionen: welche Person ist am besten dazu geeignet. Die Einsatzgebiete sind praktisch grenzenlos!

Zeit zum Danke sagen...

Heute möchte ich allen CEOs und Geschäftsleitungsmitgliedern DANKE sagen, die sich getrauen, nach dieser Krise genau hinzuschauen und etwas zu verändern. Die sich noch mehr um die Menschen und die Umwelt in ihrem Arbeits-System kümmern. Die in den letzten Wochen gelernt haben und neu Möglichkeiten für Home-Office zulassen. Die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Vertrauen schenken, dass sie auch zu Hause gute Arbeit leisten und diese damit auch den Verkehr entlasten und dadurch die Umwelt schonen.

Die nicht einfach Kündigungen aussprechen, im Sinne von hire & fire. Sondern Arbeitsplätze zu retten versuchen, zum Beispiel mit innovativen Arbeitszeitmodellen. Die sich mehr um die Menschen und wirkliche Menschlichkeit im Betrieb kümmern als um die Menschen, die sich am Betrieb bereichern. Vielen Dank.

Zum Schluss noch dies…

Ein musikalischer Beitrag zu «Urvertrauen». Eine Hochachtung an all die Mütter, die in den letzten Wochen nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Männer gemanagt haben. Und somit die wahren, grossartigen Unternehmerinnen sind!

Die Mütter – Ich sehe was, was du nicht siehst

Ich danke dir von ganzem Herzen, liebe Interessentin, lieber Interessent, dass du bis zum Schluss gelesen hast. Ich wünsche mir, dass du etwas für dich herausnehmen konntest. Und ich hoffe, dass es dich beim einen oder anderen Wort auch etwas aus der Reserve lockt.

 

Herzlichst
Annette Christine Seiffert

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